Luftansicht Bad Heilbrunn, © Bildverlag Bahnmüller
Adelheidquelle
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Adelheidquelle

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Der Geburtsort und die Geburtsstunde der heutigen Gemeinde: Die nach der Kurfürstin Henriette Adelheid von Savoyen benannte bromhaltige Jodquelle erreichte bereits während der Renaissance europäische Berühmtheit und machte aus dem Weiler ein Hofbad, dessen Namen sogar der Sonnenkönig kannte.

Es geschah in der Nacht zum 21. September 1159. Urplötzlich zerriss ein lauter Knall die Dunkelheit. Danach herrschte bleierne Stille - doch was war passiert?

Mönche des Klosters Benediktbeuern und Bauern der Umgebung waren einer Legende auf die Spur. Sie gruben am Fuße des heutigen Stallauer Ecks nach einer sagenumwobenen Heilquelle, welche beim Hunneneinfall gut 200 Jahre zuvor 955 zerstört worden war. In jener Nacht stießen sie schließlich auf einen Höhlengang, mit Wasservorkommen. Dann geschah das Unglück. Innerhalb weniger Augenblicke entlud sich das, über der Quelle lagernde Methangas durch die mitgeführten Fackeln in einer ohrenbetäubenden Explosion. Zunächst glaubte man der Teufel hätte seine Hand im Spiel, und die Unterwelt hätte sich aufgetan. Aber dann bemerkte man, dass man durch die Explosion die Quelle wieder entdeckt hatte, eine Quelle mit gesundheitsförderndem Wasser. Nun tauchte der Weiler als Heilbrunn das erste Mal auf den Landkarten auf und die Ära als Wild-, Hof- und Heilbad konnte beginnen.

Auf Besuch in Bad Tölz hörte Herzogin Maria Jacobäa Wundergeschichten über die salzhaltige Heilbrunner Quelle, sodass 1530 Dr. Pantaleon Pronner, seines Zeichens Leibarzt des bayerischen Landesherrn, die Quelle auf Leibpacht kaufte und sie zu einem florierenden Wildbad ausbaute. Kleine Badekästen, wie sie in der Renaissance beliebt waren, prägten nun das Ortsbild und mit der Landesherrin Herzogin Maria Jacobäa, welche dem Weiler über 30 Sommer lang die Treue hielt, wurde die 200-jährige Geschichte als Hofbad der Wittelsbacher begründet, das mit dem Besuch der Kurfürstin Henriette Adelheid von Savoyen seinen Höhepunkt erreichte. Erst 1705 wurde das Ende mit der Sendlinger Mordweihnacht eingeläutet. Die Badekästen wurden zu Wohnhäusern umgebaut, das Quellenhäuschen selbst verfiel immer mehr.

1831 gehörte die Quelle durch die Säkularisation dem Staat. Von der alten Einfassung war nur mehr wenig zu sehen, die Quelle versickerte offen und war verunreinigt, nur noch Einheimische verwendeten das salzige Wasser zum Brotbacken, bis Moritz Debler 28 m² Grund erwarb und mit der Säuberung begann. Ein neuer Holzverschlag wurde gebaut und das gesunde Wasser in kleinen Flaschen europaweit unter dem neuen Namen Adelheidbrunnen verkauft.

„Die verehrten Kurgäste sind höflichst ersucht, sich im Kurbuch an der Quelle einzuschreiben. Die Taxe beträgt 5 Mark und berechtigt zum Trinken an der Quelle während der Dauer der Saison, jedoch nicht,, um Adelhaidwasser in Flaschen oder Krügen fortzutragen.“
(Quellenverordnung von Moritz Debler)


Symbol des Aufbruchs in das neue Zeitalter als Privatbad war der Mitte der 1870er Jahre gebaute, klassizistische Quellentempel, welcher das Bild der Gemeinde für fast 100 Jahre prägte, 1965 jedoch dem heutigen Bau weichen musste.

Die Adelheidquelle befindet sich seit 1912 im Besitz der Jodquellen AG. 2004 wurde sie für die Öffentlichkeit geschlossen.

Kontakt

Adelheidquelle
St.-Kilians-Platz 1
83670 Bad Heilbrunn